Tervetuloa Sveitsin armeijan logistiikan pariin

Dieser Anlass, zu dem die Offiziersgesellschaft Stadt Bern (OGB) eingeladen hatte, war spezieller als ein spezielles Referat. Oberst Andres Krummen, Präsident SOLOG und deren Vertreter in der OGB im Vorstand, war eine Woche lang mit finnischen Logistikoffizieren in der Schweiz unterwegs. Zum Höhepunkt des Aufenthaltes, zur Gedenkfeier für den finnischen Nationalhelden, Freiherr Carl Gustaf Emil Mannerheim, trafen auch Mitglieder der OGB in Territet am Lac Léman ein.

Viel Gemeinsames
Paljon yhteistä

Seit Jahren pflegen finnische und schweizerische Logistikoffiziere einen regen Austausch. Ab und zu sieht man an der MILAK oder in andern Schulen der Schweizer Armee Offiziere in finnischer Uniform. Es sind Stipendiaten die während mehreren Monaten in einem Stage bei der Schweizer Armee lernen. Schweizerische Berufsoffiziere erhalten Gegenrecht in der Finnischen Armee. Die einmal geschlossenen Kameradschaften werden weiterhin gepflegt, sei es von den Schweizer AdA in Finnland, sie es von den Finnischen Offizieren in der Schweiz.
In jeder Armee bildet die Logistik die Seele der Streitkräfte. Ohne Logistik fliegt, fährt, marschiert, schiesst und kämpft nichts und niemand. So besuchen alle sechs Jahre finnische Logistikoffiziere – idarunter etliche Veteranen – die Schweiz. Einerseits, um unser Land kennen zu lernen, andererseits um einen vertieften Einblick in die Logistiktruppen der Schweizer Armee zu erhalten. Auch sie pflegen danach zu Hause in der Sauna wohl noch das „Weisch no?“

 

Von der alten Festung am Rhein zur modernen Gefechtsausbildung
Rheinin vanhalta linnoitukselta moderniin koulutukseen

Das war keine Wellnesswoche für die 29 Finnen mit ihren Begleiterinnen. Das Programm war dicht gefüllt und verlangte Disziplin und hohe Aufmerksamkeit. Den Anfang machte in Bern ein Referat des Ausbildungschefs, KKdt Daniel Baumgartner. Anschliessend besuchte die Gruppe die Log OS in Bern, mit Oberstlt i Gst Jean-Baptiste Thalmann. Die Anwärter fühlten sich durch diesen Besuch geehrt und wohl auch angespornt. Eine Verschnaufpause mit Apéro konnte im CH-Armee-Shop eingelegt werden. Der CH-Armee-Shop in Bern ist kein Liqu-Shop im eigentlichen Sinne mit ausgemustertem Militärmaterial. Die Produkte sind neu und werden vorwiegend über Internet verkauft. (www.armeeshop.ch) Für die Finnen hat das Team den Laden in der Baracke, in der Nähe der Kaserne Bern, am Montag geöffnet wo sie sich umsehen und einkaufen konnten. Die Stadtführung durch unsere Bundesstadt Bern erfolgte in finnischer Sprache und den Abschluss bildete das Nachtessen im tiefen Kornhauskeller.
So ging es weiter durch die ganze Woche: Besuch des GAZ-Ost in Walenstadt und St.Luzisteig (SIM Gefechtsausbildungszentrum) mit Oberst i Gst Ronald Drexel. Der Mittwoch war der Militärgeschichte gewidmet mit dem Besuch des einzigartigen, reichhaltigen Festungs- und Armeemuseums Full-Reuenthal, am Rhein. Eine hochinteressante jedoch weitläufige Anlage, und so waren die Gäste froh, zum Vortrag von Br Peter Candidus Stocker, Kdt MILAK, sitzen zu können.
Zum Besuch der Volltruppenübung beim Genie Bat 23, Ter Div 4, ging es wiederum ins Feld. Div Thomas Kaiser, Chef Logistikbasis der Armee führte mit einem Referat in unsere Logistik ein und es folgte die Besichtigung des Armee Log Center Othmarsingen, wo sich Oberst Tschan um die Gäste kümmerte. Ein Besuch in Stans-Oberdorf bei der SWISSINT vervollständigte das vielseitige Programm. Den Schlussabend verbrachte die Gruppe zusammen mit dem finnischen Botschafter Tima Rajakangas auf dem Ausbildungsplatz Kaserne Reppischtal in gefreuter Atmosphäre. Es wurde angestossen auf Finnland, auf die Schweiz, auf unsere Armeen und selbstverständlich auf den Nationalhelden Mannerheim. Zum Wohl! Kippis!

 

Im Gedenken an den General und Staatsmann Carl Gustaf Emil Mannerheim
Upseeria ja valtiomiestä Carl Gustaf Mannerheimia muistaen

Dennoch mussten die tapferen Finnen bald wieder früh auf den Beinen sein. Der wichtigste Punkt dieser Reise sollte noch absolviert werden. Per Car fuhren sie, zusammen mit Mitgliedern der OGB, nach Territet, nahe bei Montreux. Im Parc Mannerheim, direkt am See, stellte sich die Gruppe ernst und gesammelt im Karree auf. Drei wunderschöne Blumengebinde mit Blau-Weissen und Rot-Weissen Schleifen wurden feierlich am Denkmal niedergelegt. Die finnische Fahne und die Schweizer Fahne waren gehisst. Als Ehrenwache standen zwei Polizisten der Region Riviera und zwei Ehrendamen in Waadtländertracht beim Denkmal, das zu Ehren des verdienten Staatsmannes und Oberbefehlshabers Mannerheim (1867-1951) von den Vereinigungen Freunde Finnlands zu seinen Ehren errichtet worden ist. Mannerheim verbrachte seine letzten Lebensjahre in Montreux, wo er auch verstarb.
Wie unvergessen und verehrt er ist, kam in den Ansprachen des Delegationsleiters Oberst Rolf Häfeli, Divisionär Yvon Langel, Kdt Ter Div 1 und BrigGen M.Sc. Veli Pekka Valtonen, Inspektor Logistiktruppen Finnland, zum Ausdruck. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten die Damen Gemeinderätin Jacqueline Pellet sowie Kristin Bise, die Leiterin Protokoll und Anlässe der Gemeinde Montreux. Beide Damen elegant in den finnischen Landesfarben Blau und Weiss gekleidet. Eine wahre Freude für das Auge einer Schneiderin. Ebenso war der Weibel (Huissier) der Gemeinde, Jean-Louis Perritaz anwesend. Die Gemeinde Montreux-Territet ist sehr stolz auf ihren früheren Einwohner und bietet stets Hand für solche Gedenkanlässe.
Die Redner erwähnten die Jahre des Zweiten Weltkrieges, die Zeit Hitlers, die Drohungen Russlands, die tragischen Ereignisse 1939/1940 (Winterkrieg) sowie 1941 und 1944, die auch die Schweiz wie einen Todeshauch streiften. Was für die Schweiz General Henri Guisan, das war für Finnland der Oberbefehlshaber Mannerheim, der in den Jahren 1944-1946 finnischer Staatspräsident war. Auch er war bereits Senior und führte doch sein Land mit der ihm eigenen Grösse. Die Feier war seiner würdig. Sie wurde untermalt von tragenden Alphornklängen, gespielt von Anita Tobler. Anita Tobler spielt auch eindrücklich Giesskanne und Gartenschlauch. Allem kann man Töne entlocken, wenn man das entsprechende Musikgehör und Gespür dafür hat. Sie begleitete die Gruppe den ganzen Tag.

 

Im Lötschental zum Raclette
Lötschenlaaksossa raclettia syömäss

Der zunächst bewölkte Tag am See klarte zu einem blau-weissen Sommertag auf. Die Gruppe fuhr ins Rhonetal hinein, um einen weiteren Kanton, den Staat Wallis, kennen zu lernen. Beeindruckt von den mächtigen Bergen nahmen die meisten Teilnehmenden die Wanderung von Wiler im Lötschental aus, den Weg von der Lauchernalp auf die Fafleralp unter die Füsse. Wer einen Winterkrieg bestehen kann, der marschiert auch im Gebirge, selbst wenn es etwas höhere ist als am finnischen Meerbusen. Der Sonntag schloss für die Schweizer Delegation (Organisationskomitee +) mit dem Besuch eines Festumzuges im Lötschental ab, wo schon die Dreikäsehochs die traditionellen Uniformen der Lötschentaler Herrgottsgrenadiere trugen und die Mädchen und Frauen ihre schön bestickten Trachten mit den „Kreshüten“, den Trachtenhüten die je nach Anlass mit reich verzierten Bändern geschmückt sind und die dem Insider verraten, welches weibliche Wesen ledig, verheiratet oder verwitwet ist. Ein Bilderbuch über Volkskunst tat sich hier auf. So etwas vergisst man nicht.
Erfüllt von grossartigen Erlebnissen, tiefen Eindrücken und viel Wissenswertem und sicher auch mit persönlichen Erinnerungen, traten die Finnen am Sonntag früh die Heimreise in den Norden an. Auf Wiedersehen in Finnland oder wieder in der Schweiz! Näkemiin Suomessa tai Sveitsissä!

Four aD Ursula Bonetti

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