Mehr als 50 Anwesende warteten im Februar 2026 im Kongresszentrum Hotel Kreuz gespannt auf den Vortrag über TRIAS 25. Oberstlt Ulrich Price war als «Projektoffizier Truppenversuche im Ausland» der Projektleiter der erfolgreichen Truppenübung TRIAS 25. Er beginnt mit einem Videofilm quer durch die Landschaft, die Truppen im Einsatz, Training im scharfen Schuss, im unbekannten Gelände. Schon das ist beeindruckend und erklärt ohne Worte, warum die Schweizer Armee von solchen internationalen Übungen profitieren kann.
Die Zielsetzungen und Begründungen: Vom heutigen Kompetenzerhalt wieder zur Verteidigungsfähigkeit; Kampf der verbundenen Waffen; Weiterentwicklung der Bodentruppen. Der Truppenversuch wurde im Rahmen eines WK des Mech Bat 14 durchgeführt mit zusätzlichen Mitteln. Die Teilnahme war freiwillig. Es war eine enorme Chance für die AdA aus der Schweiz, einmal unter ganz anderen Voraussetzungen zu üben und zu trainieren. Warum geht man überhaupt ins Ausland, und warum gerade Österreich? Mit einem ebenfalls neutralen Partner zu trainieren, birgt weniger politischen Widerstand. Allentsteig ist in der Geschichte der Zusammenarbeit historisch gewachsen (Anmerkung: schon in den 80er und 90er Jahren gab es kleine Verbände aus der Schweiz, welche dort waren) und bietet Möglichkeiten, welche die Kdt bisher nicht gekannt haben, vor allem auch das Zusammenspiel verschiedener Kräfte 1:1 im Gelände trainieren zu können. Es brauchte schon im Vorfeld TRIAS 25 viel Schulung. Der Referent betont mit Verve, dass es eine unglaubliche Hartnäckigkeit braucht, um so ein Projekt zu planen und dann auch noch durchzuführen. Die Zuhörer sind tief beeindruckt.
Im Rahmen der gesamten Dienstleistung konnten alle Schritte einer Operation überprüft werden. So war schon die Mobilmachung in der Schweiz eine Aktion für sich, die genau geplant und nach striktem Zeitplan umgesetzt werden musste. Einmal vor Ort in Österreich waren dann die Themen der Einsatzbezogenen Ausbildung (EBA) und die damit verbundene Kooperation mit Partnern während der Übung ein nächstes Schwergewicht. Trotz der Internationalität konnten die Kader jedoch von A bis Z standardmässig führen, so wurde beispielsweise auch nicht auf die Standartenzeremonien verzichtet, welche den Antritt zum Dienst markieren. Für die ganze Übung durfte die Armee auf die durchgehende Unterstützung der LBA und des Kdo Cy zählen. Erstaunlich waren dann auch die präsentierten Zahlen der eingesetzten Fahrzeuge und der Masse an Material. All das war eine Herausforderung bei der Rückkehr und kurzen Demobilmachung in der Schweiz.
Die Herausforderung Nummer 1 für solche Dienstleistungen im Ausland bildet aber das Milizprinzip der Schweiz, was sich in der Übung im Kampf der verbundenen Waffen besonders zeigte. Die Herausforderung Nummer 2 sind die Abhängigkeiten mit der allgemeinen realen Lage, die sich seit Beginn des Projektes laufend veränderten: Ausweitung der Lage Ukraine Richtung Westen, Ausweitung der Krisenlage in Europa aus dem Nahen Osten, um nur zwei zu nennen. Unser Milizdenken ist im Ausland eine grosse Herausforderung für alle. Es bringt aber auch Ideen mit, die spontan umgesetzt werden. Das ermöglicht ein „Geben und Nehmen“.
In jedem Land ist die Logistik ein wesentlicher Punkt. Es gab einige Hürden zu überwinden mit verschiedenem Rollmaterial, verschiedenen zivilen Partnern in den Ländern, dem Transport des breiten Entpannungspanzers Büffel, und vielem weiterem. So wurde auch erkannt, dass es plötzlich nicht nur nationale Vorschriften betrifft, sondern auch wegen der Querung verschiedener Ländern der EU auch entsprechende EU-Vorschriften berücksichtigt werden müssen. Zudem waren die Logistiker mit Themen wie Verschiebungen während der Osterzeit, wo viel mehr Verkehr herrscht, gefordert.
Klar ersichtlich wurde, dass die Schweizer Armee ihr eigenes Gärtchen hat in Bezug auf Material und Systeme. Die bekannte "Helvetisierung" zeigte auch die Grenzen der Kooperation und Kompatibilität auf. So war zwar die Betankung kein Problem. Doch mussten, unter anderem, vier mobile Truppenküchen mitgenommen werden, um während der ganzen Übung zu kochen, mit Waren „us dr Region“. In einem grossen Zelt wurden nicht nur die eigene Truppe, sondern auch die Kameraden aus Deutschland verpflegt, die Österreicher hatten eine „richtige“ Kantine.
Schmunzeln liess auch die Bemerkung von Oberstlt Price, dass auch Allentsteig eine Art grosses Naturreservat ist, sogar mit einem Moor, mit allem, was da kreucht und fleucht. Aber, im Unterschied zur Schweiz, darf man sich überall darin bewegen, selbst die Tiere wissen das. Vor dem Aufmarsch der Schweizer konnte überall im Gelände viel Wild beobachtet werden, welches allerdings verschwand, um hinter dem letzten abfahrenden Soldaten sofort wieder aufzutauchen.
Selbst ist der Mann bei der Lösungsfindung. So wurde kurzerhand an einem Standort einer Truppe (NB: Eine Ristl Kp!) in einem Funkloch eine private Satellitenschüssel einfach auf einen Fahnenmast installiert, um dennoch Kontakt zur Aussenwelt zu haben.
Man könnte noch Stunden lang aus den Anekdoten die Stimmung, die Herausforderungen und deren Lösungen, den Mehrwert an Gelerntem und Erfahrenen herausfühlen. Ein Schlussthema ist die Berichterstattung. Hier haben die Medien die wenigen Dinge aufgebauscht, die zwar so passiert sind, aber nicht immer korrekt wiedergegeben wurden. Das Thema Kommunikation ist insbesondere in der heutigen Zeit mit den Möglichkeiten der Sozialen Medien und den Onlineportalen sehr wichtig für den Verlauf einer Aktion und die Konsequenzen daraus werden gezogen. Zu Recht ärgert sich Oberstlt Price darüber, dass kaum positiv über die wirklich guten Erfahrungen – die man in der Schweiz nie machen könnte – und Abläufe berichtet worden ist. Genau das müssten die Stimmberechtigten ja wissen, um in künftigen Abstimmungen für die Armee einzustehen.
Fazit: Die Übung TRIAS 25 war ein Erfolg, die beteiligten Truppen konnten viel lernen, von der Planung bis zur Umsetzung, und einmal mehr hat sich gezeigt: Die Schweizer Armee, die Schweizer AdA sind gut ausgebildet und müssen nirgends hintenanstehen. Im Gegenteil: Unsere Miliz ist flexibel, pragmatisch und kann sich schnell an Unbekanntes anpassen. Für die Zukunft gilt es nun, die Details zu analysieren und die richtigen Mittel und Fähigkeiten zu erhalten, um das beste Potential aus allem abzuschöpfen.
Four aD Ursula Bonetti
